Goldene 11 - 2010
Erstmalig in der siebenjährigen Festivalgeschichte haben wir zwei Gewinner. In der Gunst des Publikums standen die beiden Dokumentation "Eisern vereint" von Andreas Gräfenstein und "Hoffenheim - Das Leben ist kein Heimspiel" von Rouven Rech und Frank Pfeiffer gleich hoch. Deswegen wurde der Publikujmspreis Goldene 11 gleich zweimal vergeben.
Hoffenheim – Das Leben ist kein HeimspielRegie: Rouven Rech & Frank Pfeiffer, Produzent: Jochen Laube, D 2009, 100min.
Bundesligafußball in Hoffenheim, das ist der Traum von Fußballfan und Milliardär Dietmar Hopp. Der Unternehmer, Gründer der Softwarefirma SAP, hat sich ein stattliches Vermögen erarbeitet. Davon investiert er nun einiges in das ehrgeizige Vorhaben: mit der TSG 1899 Hoffenheim - seinem Heimatverein - in die erste Fußball-Bundesliga aufzusteigen. Der Langzeit-Dokumentarfilm "Hoffenheim - Das Leben ist kein Heimspiel" von Frank Pfeiffer und Rouven Rech, zeichnet den rasanten Weg des Fußball-Clubs TSG 1899 Hoffenheim hinter den Kulissen nach, der den Verein innerhalb weniger Jahre von der Bedeutungslosigkeit der Regionalliga in die 1. Fußball-Bundesliga führte.
Eisern vereint
Regie: Andreas Gräfenstein und Fabian Daub, Darsteller: Fans & Mitarbeiter des 1. FC Union Berlin, D 2010, 82 Min.
Ein Jahr lang bauten die Fans des 1. FC Union Berlin eisern an ihrem Stadion, ob bei Hitze oder minus 20 Grad. Sie kamen im Urlaub, am Wochenende und oft auch nach der Arbeit. Denn sie hatten nur ein Ziel: ihren neuen Fußballtempel an der Alten Försterei fertigzustellen. „Eisern vereint“ begleitet das weltweit einmalige Bauvorhaben und seine Helden bis zum großen Eröffnungsspiel gegen den Berliner Rivalen Hertha BSC. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen Fans, Stadionbauer und die Verantwortlichen des Vereins. Der Film zeigt ihre Mühen und ihre Glücksmomente auf der Baustelle Alte Försterei.


GEWINNER

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Maradona hat die Fußballwelt verzaubert. Klein, lockig, wie von Gott modelliert, tanzte er sich durch die gegnerischen Verteidigungsreihen, holte 1986 im Alleingang - mit der «Hand Gottes» - für Argentinien den Weltmeisterpokal und für Neapel - gegen die Agnelli-Truppe aus Turin - den nationalen Titel. Zweimal ermöglichte der charismatische Wirbelwind den Triumph des Südens über den Norden, der Armen über die Reichen, der Unterdrückten über die Unterdrücker. Für einen kurzen Moment sorgte ein Fußballer auf der Erde für Gerechtigkeit.
Die Strafe folgte gnadenlos, der Teufel forderte seinen Tribut. Er, der auf dem Rasen traumwandlerisch jedes Hindernis umdribbelte, er stolperte auf dem Weg von den Arenen in den Alltag und kam zu Fall. Aufgedunsen von Alkohol, Drogen und Tabletten, blickte Maradona dem Tod ins Auge. Keine Frage, ein solches Leben bietet Stoff für ganz großes Kino. Emir Kusturica, der selbsterklärte Maradona der Filmemacher, hat darum einen Dokumentarfilm über die fußballerische Jahrhundert-Ikone gedreht.
Die Dokumentation der Münchener Filmemacherin Britta Becker begleitet die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft auf ihrem Weg zum Weltmeistertitel bei der WM 2007 in China. Der «Gegenentwurf» zu Sönke Wortmanns Film «Deutschland – Ein Sommermärchen» über die WM 2006 liefert interessante Einblicke in das Innenleben der Mannschaft und zeichnet dabei das Bild einer humorvollen Mannschaft, die das Ziel ihrer Reise immer fest im Blick hat und am Ende in den großen Freudentaumel verfallen darf.
Der deutsche Regisseur Matthias Visser hat den Publikumspreis des Festivals gewonnen. Mit seinem Film „Fan-Demanium“, so die Jury, sei ihm ein einzigartiger Rückblick auf die WM 2006 gelungen.
Als die französische Nationalelf bei der WM 1998 im eigenen Land den Titel errang, schwärmten Beobachter von der enthusiastischen Unterstützung des heimischen Publikums als dem berühmten zwölften Mann beim Fußball. Doch damals gab es einen weiteren WM-Helden, den französischen Filmemacher Stéphane Meunier. Ihm war es gelungen, den „Bleus” so nahe zu kommen, als sei er selbst Teil der Mannschaft. Er war einfach immer da, schon in der Vorbereitung. Und irgendwann vergaßen ihn die Männer um Zinedine Zidane und benahmen sich vor seiner Kamera wie immer. So ist dieser Dokumentarfilm eigentlich eine Geschichte über den unsichtbaren 13. Mann beim Fußball, der fortan in aller Welt Nachahmer auf den Plan rief.