Goldene 11 - 2011
Sepp Maier und die Handwerksmeister gewinnen die Goldene 11Meister vs. Meister
D 2010, Regie: Johannes Grebert, Doku, 53 min.
Das Publikum hat entschieden: Der Film „Meister vs Meister“ von Johannes Grebert gewinnt den Preis des 8. internationalen Fußballfilmfestivals. Die liebevolle Darstellung der Träume von fußballbegeisterten Männern, ob Profis oder Amateure, überzeugte die Kinogänger im BABYLON.
„Die schönste Nebensache der Welt“ wird bester Frauen-Fußballfilm aller Zeiten.
Die schönste Nebensache der WeltRegie: Tanja Bubbel, Doku, D 2010, 56 Min.
Anläßlich der FIFA Frauen-WM 2011 kürte das Publikum beim 11mm Fußballfilmfestival erstmals den besten Fußball-Frauen-Film der Welt. Ein Dutzend großartiger Werke stand zur Ansicht bereit. Am Ende setzte sich Tanja Bubbel mit ihrer amüsanten Dokumentation „Die schönste Nebensache der Welt“ über den deutschen Frauenfußball ganz knapp vor „Football under cover“ und „Kick it like Beckham“ durch.
Fotos: Doro Tuch


GEWINNER

Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel
Maradona hat die Fußballwelt verzaubert. Klein, lockig, wie von Gott modelliert, tanzte er sich durch die gegnerischen Verteidigungsreihen, holte 1986 im Alleingang - mit der «Hand Gottes» - für Argentinien den Weltmeisterpokal und für Neapel - gegen die Agnelli-Truppe aus Turin - den nationalen Titel. Zweimal ermöglichte der charismatische Wirbelwind den Triumph des Südens über den Norden, der Armen über die Reichen, der Unterdrückten über die Unterdrücker. Für einen kurzen Moment sorgte ein Fußballer auf der Erde für Gerechtigkeit.
Die Strafe folgte gnadenlos, der Teufel forderte seinen Tribut. Er, der auf dem Rasen traumwandlerisch jedes Hindernis umdribbelte, er stolperte auf dem Weg von den Arenen in den Alltag und kam zu Fall. Aufgedunsen von Alkohol, Drogen und Tabletten, blickte Maradona dem Tod ins Auge. Keine Frage, ein solches Leben bietet Stoff für ganz großes Kino. Emir Kusturica, der selbsterklärte Maradona der Filmemacher, hat darum einen Dokumentarfilm über die fußballerische Jahrhundert-Ikone gedreht.
Die Dokumentation der Münchener Filmemacherin Britta Becker begleitet die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft auf ihrem Weg zum Weltmeistertitel bei der WM 2007 in China. Der «Gegenentwurf» zu Sönke Wortmanns Film «Deutschland – Ein Sommermärchen» über die WM 2006 liefert interessante Einblicke in das Innenleben der Mannschaft und zeichnet dabei das Bild einer humorvollen Mannschaft, die das Ziel ihrer Reise immer fest im Blick hat und am Ende in den großen Freudentaumel verfallen darf.
Der deutsche Regisseur Matthias Visser hat den Publikumspreis des Festivals gewonnen. Mit seinem Film „Fan-Demanium“, so die Jury, sei ihm ein einzigartiger Rückblick auf die WM 2006 gelungen.
Als die französische Nationalelf bei der WM 1998 im eigenen Land den Titel errang, schwärmten Beobachter von der enthusiastischen Unterstützung des heimischen Publikums als dem berühmten zwölften Mann beim Fußball. Doch damals gab es einen weiteren WM-Helden, den französischen Filmemacher Stéphane Meunier. Ihm war es gelungen, den „Bleus” so nahe zu kommen, als sei er selbst Teil der Mannschaft. Er war einfach immer da, schon in der Vorbereitung. Und irgendwann vergaßen ihn die Männer um Zinedine Zidane und benahmen sich vor seiner Kamera wie immer. So ist dieser Dokumentarfilm eigentlich eine Geschichte über den unsichtbaren 13. Mann beim Fußball, der fortan in aller Welt Nachahmer auf den Plan rief.