Politischer Eröffnungsabend bei 11mm

Freitag, 23. März 2018

Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauarbeiter in Katar, die die Stadien für die WM 2022 errichten, waren das Hauptthema am Eröffnungsabend des 15 internationalen Fußballfilmfestival 11mm im Berlin. Dank des hervorragenden Eröffnungsfilm The Workers Cup konnten die Zuschauer im ausverkauften Kino Babylon einen Eindruck gewinnen, wie das Leben der modernen Arbeitsnomaden in Katar aussieht. Neben der Arbeit bleiben den Männer nur die Gedanken an die Familien in den Heimatländern und die Ablenkung durch den Fußball. Der Workers Cup, ein Betriebssportturnier organisiert durch die FIFA, bietet kurzfristig Ablenkung und schafft Gemeinsamkeiten unter den Arbeitern.

Nach dem Film diskutierten Produzentin Rosie Garthwaite, der Vize-Präsident vom FC.St.Pauli Ewald Lienen, Raphael Brinkert von Jung von Matt und Zeit-Journalist Tom Mustroph mit Moderatorin Shelly Kupferberg vom rbb. Die lebhafte Diskussion über die Möglichkeiten, über weltweit beachtete Events wie eine Fußball-Weltmeisterschaft positive Veränderungen in Katar anstoßen zu können, wie auch über die induskutablen Arbeitsbedingungen in Katar ohne freie Arbeitsplatzwahl und ohne Bewegungs- und Meinungsfreiheit. Auch im Publikum wurde nach filmende heftig weiterdiskutiert.

Wer den Film noch sehen möchte, The Workers Cup steht auch noch am Freitag um 19:30 Uhr auf dem Programm.

Außerdem wurde am Donnerstagabend auf die Reihe mit britischen Fußballfilmen eröffnet. In einer Doppelvorstellung wurden die Dokumentationen Glasgow 1967: The Lisbon Lions und Dennis Viollet - A United Man gezeigt. Der Regisseur des Films über das legendäre Celtic-Team John MacLaverty war zum Screening anwesend.

Aus Norwegen zum 11mm Fußballfilmfestival gekommen ist die Filmcrew von Et eventyr i svart og hvitt um Regisseur Sven Arild Storberget. Der Film über einen ehemaligen Spieler von Rosenborg Trondheim feierte bei 11mm seine Deutschland-Premiere.